b'WIE AUS EINER VISION DIE REBSORTE RIESLING-SILVANER WURDE175 Jahre Hermann Mller-Thurgau (18501927)Ohne ihn gbe es sie nicht: die weisse Rebsorte, die heute als Riesling-Silvaner bekannt ist. Sie ist milder als Riesling, aromatischer als Silvaner und bis heute ein fester Bestandteil vieler Weinkarten und Rebberge. Die Rede ist von Hermann Mller-Thurgau, einem Schweizer Forscher, der 1850 im thurgauischen Tgerwilen geboren wurde und die Weinkultur Europas nachhaltig geprgt hat.Was als khne Idee beganneine neue, frhreife Rebsorte zu zchtenwurde dank seiner Hartnckigkeit und seinem wissenschaftlichen Pioniergeist zur Erfolgs-geschichte. 1882 begann Mller-Thurgau im deutschen Geisenheim mit der Kreuzung. Sein Ziel: eine unkomplizierte, trinkfreudige Weissweinsorte, die Winzer wie Geniesser gleichermassen begeistert. Zwar vergingen viele Jahre, bis sich die neue Rebe durchsetzte, doch heute zhlt sie zu den bedeutendsten Neuzch-tungen der Rebenwelt.Der Mller-Thurgau, wie die Sorte fortan hiess, ist nicht nur ein Symbol fr Inno-vationsgeist, sondern auch fr Bodenstndigkeit. Die Rebe wchst zuverlssig, gedeiht in vielen Lagen und bringt frische, blumige Weine hervor, die in der Schweiz bis heute einen festen Platz haben. Auch in wissenschaftlicher Hinsicht bleibt Hermann Mller-Thurgau eine prgende Figur: Als Leiter der eidgenssischen For-schungsanstalt in Wdenswil frderte er die Forschung rund um Spezialkulturen, Obstbau und nologiemit bleibendem Einfluss.Und Rafz? Spielt bei dieser Geschichte durchaus eine Rolle. Denn hier wachsen seit ber 60 Jahren Mller-Thurgau-Reben im Boden. Die Rebstcke sind Nachfah-ren jener visionren Zchtung, die einst in Geisenheim entstanden und heute zum lokalen Kulturgut gehrt. Was frher das Rafzer Weinfest war, lebt in der Herbst - messe weiter: mit regionalem Stolz, viel Handwerk und einem Glas Riesling- Silvaner in der Hand.Ein Grund mehr, dieses Jubilum zu feiern:175 Jahre Hermann Mller-Thurgau und ein Wein, der bis heute verbindet.Weitere Informationen zum Jubilumsjahr: www.erlebnismuellerthurgau.chText- und Bildquelle: Zeitschrift Obst und Wein sowie Jacqueline Achermann und Markus Matzner64'